KF Nachrufe

  • Nachruf Siegbert Alber

    Nachruf von Siegbert Alber

    Am 4. Juni 2021 verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit unser prominentes Kolpingmitglied Siegbert Alber im Alter von 84 Jahren. Er war unter anderem CDU-Bundestagsabgeordneter über drei Wahlperioden, langjähriger, herausragender Europaparlamentarier und Vizepräsident des Parlamentes. Später wechselte er als Generalanwalt an den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. In der Kolpingsfamilie Stuttgart-Zentral war er 51 Jahre Mitglied. Gerne hat er mehrfach in seiner langen politischen Laufbahn, vor allem als Europapolitiker in einem politischen Frühschoppen der Kolpingsfamilie ansprechende und interessante Vorträge gehalten und mit den Anwesenden diskutiert. Wir sind dankbar, dass wir ihn im Leben kennen durften und bleiben über den Tod hinaus mit ihm im Glauben und Gedenken verbunden. Wir werden Siegbert Alber nicht vergessen.

  • Nachruf Josef Reichart

    Nachruf von Josef Reichart

    Er schloss die Augen in der gesegneten Gewissheit, dass er einen Lichtstrahl auf der Erde hinterlassen hat (nach Ludwig van Beethoven).

    Die Kolpingsfamilie Stuttgart-Zentral und der Kolping-Chor trauern um ihren früheren Präses Josef Reichart, der am 13. September 2021 im Alter von 91 Jahren, zuletzt im Altersheim, verstarb.
    Josef Reichart wurde 1955 in St. Eberhard zum Priester geweiht und prägte nach Stationen als Pfarrer in Rottweil, Ochsenhausen, Hohenstaufen und Asperg von Februar 1966 bis zum März 1975 als unser Präses in besonderer Weise die Geschicke unserer Kolpingsfamilie. Gleichzeitig war er auch als Diözesanpräses im Kolpingverband tätig. Er wusste um die Zeichen der Zeit, erkannte die Notwendigkeit für strukturelle Veränderungen und war ein Mann mit Ideen und voll Tatendrang. So war er 1970 dabei als der politische Frühschoppen ins Leben gerufen wurde und hat 1970 auch den Europatag der Kolpingsfamilien auf dem Killesberg wesentlich mitorganisiert. Sein Werk war es auch, dass sich aus der grafischen Fachabteilung Firma Graphik-Druck GmbH entwickelt hat. Unvergessen ist auch 1972 die tatkräftige Unterstützung des Chorvorstandes beim 100jährigen Jubiläum des Kolping-Chores.
    1975 bereitete er vor allem den zukunftsweisenden Weg, zur Verwaltung des Sachvermögens der zwei Kolpinghäuser einen Verein zu gründen und setzte den ersten Geschäftsführer ein. Nicht zuletzt wurde auch unter seiner fachkundigen Mithilfe 1975 eine neue Satzung für die Kolpingsfamilie verabschiedet.
    Im Kolpingbildungswerk war er wesentlich an der Entwicklung zum großen Bildungsunternehmen beteiligt. Bis die Corona-Pandemie begann, war er in der Mitgliederversammlung aktiv tätig.
    Engagiert, kompetent und zielführend arbeitete er in allen Führungsgremien unserer Kolpingsfamilie mit. Über die gesamte Zeit seines Wirkens als Präses war er nicht nur ein guter Priester im Sinne Adolph Kolpings, für jedes Kolpingmitglied war er immer ein väterlicher Freund, guter Ratgeber und pflegte regelmäßig den persönlichen Kontakt. Er beendete seine Präses-Tätigkeit 1975, als er Caritaspfarrer wurde. Von 1982 bis 2000 war er dann bis zu seinem Ruhestand Pfarrer in Liebfrauen, Bad-Cannstatt und gleichzeitig Präses der dortigen Kolpingsfamilie.
    Bis ins hohe Alter nahm er regen Anteil an den Veranstaltungen unserer Kolpinggemeinschaft. Bei verschiedensten Gelegenheiten feierte er auch gerne mit uns einen Gottesdienst.
    An seinem vielfältigen und segensreichen Wirken als unser Präses kann man ermessen, was unsere Kolpingsfamilie und der Kolping-Chor ihm zu danken hat.
    Wir werden uns seiner stets in Hochachtung, Respekt und großer Dankbarkeit erinnern. Möge unser Herrgott Josef Reichart das vergelten, was er unserer Kolpinggemeinschaft in reichem Maße war und gegeben hat – und Josef hat uns viel gegeben. Mit seinem Ableben sind wir um einen wertvollen, guten Menschen und Freund ärmer geworden. Wir werden Josef Reichart nicht vergessen… Für den Vorstand Franz Hagen

  • Nachruf Elmar Correnz

    Nachruf von Elmar Correnz

    Am 14. Oktober feierte Elmar im Kreise seiner Familie seinen 81. Geburtstag. Am 27. November ist er unerwartet friedlich eingeschlafen. Er war 55 Jahre Mitglied in der Kolpingsfamilie und 51 Jahre im Kolping-Chor Stuttgart. Bis 2014 war er ein aktiver und engagierter Sänger im 2. Bass – sein angestammter Platz war stets in der letzten Reihe. Elmar war zielstrebig, verlässlich, kreativ und geachtet. Mit Ausdauer und sehr viel Geschick hat er sich bei unzähligen Veranstaltungen hilfreich eingebracht. Zusammen mit Ulla übernahm er die festliche Ausgestaltung und Dekoration. Unvergessen sind die Mitwirkungen bei vielen Theateraufführungen – aber auch seine süße Stückchen, Schokoladekuchen und sonstige leckere Konditor-Spenden, mit denen uns Elmar immer wieder aufs Neue verwöhnte. Ja, Elmar war „KOLPINGLER“ mit „Leib, Herz und Seele“. Sehr engagiert war er viele Jahre treibende Kraft in der Vorstandschaft der Kolpingsfamilie. Auch in seiner passiven Zeit hielt Elmar Kontakt – er wollte wissen was läuft – und war bei allen Veranstaltungen weiterhin mit dabei! So können wir Elmar nur Dank sagen, für sein sich Einbringen in unsere Gemeinschaft, für sein aktives Mitanpacken und für seine aufrichtige Freundschaft. Wir vermissen Elmar und behalten ihn in liebevoller Erinnerung!

  • Nachruf Paul Köhler

    Nachruf von Paul Köhler

    Zum Tode von Paul Köhler „Eine Stimme, die sehr vertraut war, schweigt. Ein Freund, der immer für uns da war, lebt nicht mehr. Vergangene Bilder ziehen in Gedanken vorbei. Erinnerungen und Dankbarkeit ist das, was bleibt“ Paul Köhler, unser Ehrenmitglied ist am Montag 15.06. 2020 im Alter von 94 Jahren verstorben. Am 26. Mai hat Paul noch bei guter Gesundheit seinen 94. Geburtstag gefeiert. Er hatte aber an dem Tag beim Telefonat gesagt, dass er in seinem 9 x2 m großen Zimmer im Altenheim derzeit bei der Pandemie erlebt, was ein Gefängnis bedeutet – es war für ihn nicht einfach. Vor der Pandemie hat er für die anderen Seniorinnen und Senioren im Pflegeheim Klavier gespielt und mit ihnen gesungen. Seit Mitte März und den gesamten April jedoch war Besuch komplett untersagt, danach sehr eingeschränkt und nur mit Abstand, Trennscheibe und Mundschutz. Vor Allem der Mundschutz störte ihn sehr, konnte er deshalb die Besucher doch kaum mehr verstehen. Auch sein Klavierspiel für die anderen Heimbewohner war nicht mehr möglich. 1926 ist Paul in Schlesien geboren und zusammen mit 8 Geschwister aufgewachsen. Besonders hart und prägend war das Verlassen der alten Heimat Schlesien und die Französische Kriegs-Gefangenschaft. Im Herzen ist er immer ein Schlesier geblieben, deshalb engagierte er sich auch lange Jahre in der Eichendorfgilde. Alle Geschwister, bis auf den Tübinger Professor und Priester Jochen Köhler, haben wie der Vater Paul Köhler das Schneiderfach erlernt. Vater Paul war das große Vorbild – in Schlesien stellvertretender Präses des Gesellenvereins und in Stuttgart nach dem Krieg engagiertes Vorstandsmitglied und 1. Bass im Chor. 1951 ist Paul in den Chor eingetreten (bis heute 69 Jahre Mitglied) und es lag nicht fern, dass der älteste von 3 Söhnen, auch selber Jahrzehnte in der Vorstandschaft des Chores war. Ebenso viele Jahre als gewissenhafter und pünktlicher Notenwart. Er war auch Hauptverantwortlicher für die Organisation aller Konzerte und viele Jahre als Vertreter des Chores im Präsidium des Chorverbandes. Das bedeutendste und herausragende Engagement war aber freilich die sehr erfolgreiche und jahrzehntelange Tätigkeit als 1. Vizechorleiter des Kolping-Chores. So war er vor allem in der Lex-Ära eine sehr gute Ergänzung. Mit großem Sachverstand, seiner ausgefeilten und souveränen Dirigiertechnik und absoluten Autorität hatte Paul den Chor jederzeit fest im Griff. So traf in hohem Maße der Spruch auf ihn zu: Wer die Musik und das Lied mit frohem Herzen und großer Liebe pflegt, trägt den Schlüssel zur inneren Harmonie in sich. Er hatte immer eine sichere und gute 1. Tenorstimme und herausragend war über Jahrzehnte sein fleißiger Singstundenbesuch. Er war ein treuer Sänger und gleichzeitig ein treues Mitglied der Kolpingsfamilie (70 Jahre) sowie ein leuchtendes Vorbild in Engagement, Opferbereitschaft, Tatkraft und Optimismus, aber auch in Geradlinigkeit, Bescheidenheit und Freundlichkeit. Er war uns ein guter, wertvoller und treuer Freund – ein wahrhaft verdientes EHERNMITGLIED. Wir können nur dankbar sein für sein vielfältiges und segensreiches Wirken und werden ihn nicht vergessen… Franz Hagen und Bruno Kieninger

  • Nachruf Elmar Rost

    Nachruf von Elmar Rost


    Am 23.08.2020 ist Elmar Rost zuhause im Kreis seiner Familie
    im Alter von 81 Jahren verstorben. Die Krebserkrankung, verbunden
    mit einer Blutvergiftung waren zu viel für seinen Körper. Kurz zuvor hat er darauf gedrängt, aus der Intensivstation mit den vielen Schläuchen nach Hause zu kommen, um dort ohne Schläuche sterben zu können. Ich hatte in den letzten beiden Tagen die Gelegenheit, mehrere Stunden an seinem Bett zu sitzen. Er wollte gehen, was heute erfüllt wurde. Zum Abschied tranken wir ein Glas Wein, ich im Glas, er über eine Pipette.
    Ich möchte euch zur Erinnerung einen kurzen Rückblick geben. Elmar ist mit 20 Jahren nach Stuttgart ins Kolpinghaus eingezogen, hat dort 5 Jahre gewohnt und hat bis zu seiner Pensionierung beim Siedlungswerk gearbeitet. In den Sechzigerjahren war er Senior im Kolpinghaus und in den Siebzigern der erste Vorsitzende der KF. Viele Jahre hat er nach
    der Bahmann-Aera abwechselnd im Team die Monatswanderungen der KF durchgeführt. Etwa vier Jahrzehnte lang war er im Vorstand und Aufsichtsrat des Vereins der Stuttgarter Kolpinghäuser für diese Häuser mitverantwortlich.
    1961, als ich 16 Jahre alt war, hat Elmar mich zu einer zweiwöchigen Bergwanderung durch die Lechtaler Alpen mitgenommen. Mit dabei war waren der Diözesanpräses Karl Gronmeier und sein Bruder Fritz. Mit Siebzehn führte er mich in die Bergwelt Korsikas und mit neunzehn durfte ich zur ersten Bergtour der KF zum Hochgrat mitgehen, der Beginn einer langen
    Tradition von Bergtouren, die Bernhard Friederichs, Elmar, ich und andere für die KF organisierten und durchführten. Bald darauf begannen wir mit Skifreizeiten für und mit Kolpingfreunden. Im kommenden Jahr soll die fünfzigste Skifreizeit stattfinden.
    Das Wandern wurde seine große Leidenschaft. Auf der Alb, im Schwarzwald oder im Schwäbischen Wald brauchte er keine Wanderkarte mehr, denn er kannte alle Wege. Bald war ihm Deutschland zu klein. Obwohl ich längst nicht überall dabei war, kommt auch bei mir eine lange Liste von Touren zusammen: Irland, Pyrenäen, Vogesen, Süditalien, Korsika, Kreta, Korfu, Balearen, Kanaren und anderes haben wir zusammen erwandert.
    Vor 20 Jahren begannen wir, biblische Orte zu besuchen, auf den Spuren der Israeliten auf Sinai und in Jordanien, auf den Spuren der ersten Christen in Syrien, auf den Spuren des Paulus in der Türkei und in Griechenland und auf den Spuren des Hl. Augustinus in Tunesien und Algerien.
    Elmar konnte bis in diesen Frühsommer seine Wanderungen genießen. Er liebte die Wälder und blühenden Wiesen. Er war sich bewusst, dass er bald Abschied nehmen muss.
    Ich war es gewohnt, von vielen KF-Mitgliedern mit „Elmar“ angesprochen zu werden. Sein Name war bekannt, und ich war halt der kleine Bruder. Aber das war in Ordnung so.
    Volker Rost